Zielgruppen & Ziele unserer Angebote

Z I E L G R U P P E N

Training für die Schuleingangsphase: Kl. 1 u. 2

Training für die Jahrgangsstufen 3 bis 6: Kl. 3, 4, 5 u. 6

Workshop „Alle Wetter“: Kl. 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 u. 13

Workshop „Antirassistische Praxis“: Kl. 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12 u. 13

Workshop „Antiqueerfeindliche Praxis“: Kl. 7, 8, 9, 10, 11, 12 u. 13


Z I E L E & INHALTE

TRAINING FÜR DIE SCHULEINGANGSPHASE

Unser Training für Klassen der Jahrgangsstufen 1 und 2 verfolgt das Ziel, dass Kinder lernen, ihre unangenehmen Gefühle
früh zu erkennen und als Ansporn zu nehmen, aktiv zu werden, damit sich wieder Wohlbefinden einstellt – für sie selbst und die ganze Gruppe. Hierbei werden auch Sinn und Nutzen von Regeln des Zusammenlebens in den Fokus gerückt.

Den Anfang machen hierbei Übungen zum gegenseitigen Kennenlernen und der allgemeine Einstieg in die Thematik. Die Kinder erfahren, dass es uns darum geht, ihr Wohlgefühl am Lernort Schule zu fördern. Ebenso legen wir gemeinsam Verhaltensregeln für die Trainingszeit fest.
Im nächsten Schritt befassen wir uns mit den 5 Sinnen und unseren Gefühlen als wichtige Botschafter unserer Bedürfnisse und Ansporn aktiv zu werden, um Wohlbefinden (wieder) herzustellen. Es wird deutlich, dass jeder unterschiedliche Grenzen hat und dass diese respektiert werden müssen.
Unsere „Streittiere“ genannten Konfliktlösungsstrategien werden
spielerisch eingeführt.
In den weiteren Einheiten des Trainings widmen wir uns jeweils
verschiedenen Situationen. Hierzu zählt z.B. der Umgang mit
schlechtgelaunten Mitmenschen, klassischen Schulhofkonflikten und
unangenehmen körperlichen Grenzüberschreitungen.
Jede Einheit folgt der Rhythmisierung Spüren – Ausprobieren – Stärken.
Bestehende Regeln seitens der Schule/Klasse werden unter dem Gesichtspunkt betrachtet, dass sie das Wohlbefinden aller Mitglieder der Klassen- bzw. Schulgemeinschaft verbessern sollen; ggf. werden neue Regeln für ein gutes Miteinander in der Klasse ergänzt.
Das Training wird in 8 Einheiten á 90 min. durchgeführt. Die meisten dieser Einheiten erfolgen in Trainingsgruppen (Halbklassen), welche von jeweils einer/m Trainer*in unseres Teams angeleitet werden.
Eingesetzte Methoden sind u.a. Bewegungsspiele, Kreisgespräche,
Rollenspiele, Maleinheiten, Bildergeschichten, Gruppenarbeit.

Dieses Training leistet zugleich Vor- und Grundagenarbeit für das Training höherer Klassen (siehe unten), kann aber auch als eigenständiges, in sich abgeschlossenes Projekt, betrachtet und gebucht werden.

Gerne lassen wir Ihnen weitere Informationen im PDF-Format zukommen.


TRAINING FÜR KLASSEN DER JAHRGANGSSTUFEN 3 BIS 6

Die Teilnehmer*innen des Trainings gewinnen ein Mehr an Resilienz im Umgang mit Krisen, Konflikten und Provokationen, was ihre Konzentrationsfähigkeit im Unterricht verbessert. Ihnen werden wichtige soziale Kompetenzen für das Zurechtkommen in Schule, Beruf und Gesellschaft vermittelt. Die Klassengemeinschaft wird nachhaltig gestärkt.

Den Anfang des Trainings bilden Übungen und Spiele zum gegenseitigen Kennenlernen: Das Interesse an Herkunft und Multikulturalität wird befördert und die eigene Identität wird gestärkt. Eine Sensibilisierung für Formen von Diskriminierung und Rassismus findet statt und Kinderrechte werden thematisiert. Regeln für das Funktionieren von Gruppen werden gemeinsam erarbeitet und praktisch eingeübt. Die Entstehung individueller Freundschaften über Cliquengrezen hinweg wird gefördert. Auf diese Weise entstehen eine soziale Vernetzung und ein Zusammengehörigkeitsgefühl über kulturelle Grenzen hinweg: „Wir alle sind Teil einer Klasse und einer Gesellschaft!“

Gewalt, in Anlehnung an das Gewaltpräventionskonzept der Stadt Bonn definiert als „jede Form von Verhalten, das darauf abzielt, einem anderen Lebewesen zu schaden oder es zu verletzen, das motiviert ist, diese Behandlung zu vermeiden“, beginnt nicht erst bei Vorfällen, die in polizeilichen Kriminalitätsstatistiken und den Medien auftauchen. Sie umfasst physische und psychische Formen und reicht von einmaligen handfesten Auseinandersetzungen auf dem Schulhof bis zu jahrelangem seelisch zermürbendem Mobbing. Gefahren lauern in Form von häuslicher Gewalt und Cyberkriminalität auch außerhalb des Klassenzimmers. Die Auswirkungen von Gewalt auf die Gesundheit und die Bildungserfolge der Opfer – aber auch der Täter*innen – können dabei im Einzelfall erheblich sein. Im weiteren Verlauf des Trainings wird deshalb spielerisch in abwechslungsreichen Übungen und daran anknüpfenden Reflexionsgesprächen das Auge für Grenzüberschreitungen geschärft und die Empathie mit den Betroffenen von Gewalt vergrößert. Gewaltlose Strategien zur Selbstbehauptung und Konfliktlösung werden eingeübt. Hiermit geht eine dauerhafte Reduzierung der Anzahl und Intensität von Auseinandersetzung im Schulalltag einher.

Ein selbstbewusster Mensch, der Menschenfeindlichkeit und Gewaltanwendung ablehnt, kann zum Helfer in Notsituationen werden: Die Rede ist von Zivilcourage oder sozialem Mut. In Rollenspielen und Gesprächen werden den Schülerinnen und Schülern verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die in Gefahrensituationen zur Anwendung kommen können. Die Befähigung und Bereitschaft zu zivilcouragiertem Handeln ohne Selbstgefährdung werden deutlich erhöht: „Jeder kann helfen!“

Dieses Training erfolgt in 9 Einheiten a 90 min., welche sich auf einen Zeitraum von einem bis drei Monaten (z.B. 9 Dienstage in Folge) verteilen. (vgl. Grafik)

Es kann als Weiterführung unseres Trainings für Erst- und Zweitklässler*innen für höhere Klassen angesehen und gebucht werden. Alternativ aber auch als eigenständiges Projekt, welches keine spezifischen Vorkenntnisse der Teilnehmenden erfordert.


WORKSHOP „ALLE WETTER“ FÜR SCHULKLASSEN DER JAHRGANGSSTUFEN 3 BIS 13

Der Workshop ALLE WETTER hilft schwierige Themen innerhalb einer Klasse seitens der Schüler*innen zur Sprache zu bringen und so Konflikte sichtbar zu machen und zu lösen. In einem strukturierten Format wird ein ehrlicher, fairer und lösungsorientierter Austausch angebahnt und begleitet.
Die erlernte Methode dient der Klasse und Lehrkraft im Anschluss zur
Klärung zukünftiger Konflikte. Regelmäßig durchgeführt, trägt sie zu
einer neuen Konfliktkultur bei: Ruhige und zurückhaltende Schüler:innen finden Gehör innerhalb der Gruppe, während lautere und dominantere Schüler:innen lernen, zuzuhören und sich in andere hineinzuversetzen. ALLE WETTER beruht auf der Dialogischen Haltung nach David Bohm, der Gewaltfreien Kommunikation nach M. Rosenberg sowie auf indigenen Traditionen der Verständigung im Kreis.

Der Workshop umfasst 3 Einheiten á 90 min., welche sich je nach Wunsch der Schule auf eine bis drei Wochen verteilen.

Er kann als sinnvolle Ergänzung, d.h. Zusatzmodul, zu unserem Training für 3. bis 6. Klassen gebucht werden. Alternativ als eigenständiges Projekt. Es besteht auch die Möglichkeit einer fundierten Alle-Wetter-Fortbildung für Lehrkräfte ergänzend oder alternativ zum Schüler*innen-Workshop.

Gerne lassen wir Ihnen auf Anfrage detailliertere Infos zu diesem Angebot zukommen und beantworten Ihre Fragen persönlich.



WORKSHOP „ANTIRASSISTISCHE PRAXIS“ FÜR KLASSEN DER JAHRGANSSTUFEN 6 BIS 13

Das Modul umfasst die Themen „Rassismus in Vergangenheit und
Gegenwart“, „Rassismus erkennen und reflektieren“, „Wie antirassistisch handeln?“ und „Rassismus vorbeugen – geht das?“

Die Teilnehmenden mit und ohne Migrationsgeschichte werden kompetenter und sicherer im Umgang mit diskriminierenden Denk- und Verhaltensweisen, was sie für ihr eigenes Zurechtkommen in Gesellschaft und Arbeitswelt stärkt. Die Sensibilität für das und der Umgang mit dem Thema in der Klasse und an der Schule verbessern sich nachhaltig.

Rassismus ist mehr als nur das Vorhandensein von Vorurteilen. Rassismus ist ein historisch gewachsenes System, das bis in die tiefsten Ebenen unserer Gesellschaft reicht und unseren Alltag an vielen Stellen prägt, ohne dass wir es immer wahrnehmen. Entsprechend schwierig kann es sein, Rassismus dort zu erkennen, wo er zu Tage tritt. Fakt ist: Rassismus ist komplexer und allgegenwärtiger als viele annehmen.

Bereits Angela Davis, eine der bekanntesten Schwarzen Aktivist*innen der Welt, sagte, dass es nicht ausreicht, „nicht rassistisch zu sein“, sondern dass wir alle aktiv „antirassistisch“ sein sollten. Deshalb wird es bei diesem Modul in den ersten drei Schritten darum gehen, wie Rassismus entstanden ist und sich heute zeigt, wie man ihn erkennt und was man tun kann, um dagegen einzuschreiten. Zusätzlich wird den Lehrkräften in einem vierten Schritt auch das Handwerkszeug mitgegeben werden, Rassismus frühzeitig zu erkennen, diesem bereits in der Unterrichtsgestaltung beizukommen und mit Vorfällen vor Ort umzugehen, sofern diese sich nicht verhindern lassen.  

Das Modul beinhaltet sowohl einen Workshop für Schüler*innen in fünf Einheiten á 90 min. als auch eine Fortbildung für Lehrkräfte, welche 6 bis 7 Zeitstunden umfasst. Ersterer verteilet sich auf mehrere Wochen (in der Regel ein gleichbleibender Wochentag). Die Lehrer*innen-Fortbildung kann als Block an einem Tag stattfinden oder flexibel auf mehrere Tage bzw. Wochen verteilt werden. Die Fortbildung kann alternativ auch ohne den Schüler*innen-Workshop gebucht werden.


WORKSHOP „ANTI-QUEERFEINDLICHE PRAXIS“ FÜR KLASSEN DER JAHRGANGSSTUFEN 7 BIS 13

Das Modul vermittelt praxistaugliche Strategien und Handlungsoptionen zum Umgang mit Queerfeindlichkeit. Sowohl Jugendlichen als auch Lehrkräften wird das Wissen mitgegeben, um dieser Gewalt- und Diskriminierungsform in all ihren Facetten – seien sie direkt und unübersehbar oder eher subtil aber allgegenwärtig – effektiv entgegentreten zu können. Das Klassenzimmer wird ein Stückweit mehr zum Safer Space, in welchem Outings möglich werden.

Geschlecht als Kategorie prägt diese Gesellschaft und spielt im Leben aller eine wichtige Rolle. Entsprechend komplex und tiefgreifend sind die Diskurse, die sich um Geschlecht, sexuelle Identität, Liebe und Beziehungsvorstellungen drehen.

Kinder und Jugendliche erleben sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt auf unterschiedliche Arten in ihrem Leben und beteiligen sich an Debatten zum Thema. Statistisch gesehen sitzt in jeder Schulklasse mindestens ein Kind, das schwul, lesbisch, bi, trans*, inter* und/oder asexuell ist. Zugleich fühlen sich Lehrkräfte oft nicht genug fortgebildet, um diese Kinder im aufgeheizten gesellschaftlichen Klima ausreichend unterstützen zu können.

Das Modul beinhaltet sowohl einen Workshop für Schüler:innen mit vier Einheiten á 90 min. als auch eine Fortbildung für Lehrkräfte, welche 5 bis 6 Zeitstunden umfasst.

Erstere verteilen sich auf mehrere Wochen (in der Regel ein gleichbleibender Wochentag). Die Lehrer*innen-Fortbildung kann als Block an einem Tag stattfinden oder flexibel auf mehrere Tage bzw. Wochen verteilt werden. Die Fortbildung kann alternativ auch ohne Schüler*innen-Workshop gebucht werden.